Freitag, 23. November 2012

Von freundlichen, lauten, fremden Menschen

Wie es ist als Fremder in einer fremden Stadt mit einer fremden Sprache zu leben?
Ganz anscheinend selten.
Deutsch ist keine bloße Spache mehr. Es ist Statussymbol und Publikumsmagnet.
Da fährt man mit einer vollgestopften Maschrutka umher und unterhält sich lautstark mit seinem umherschwankenden Mitreisenden und schon sind mindestens fünf Augenpaare auf dich gerichtet.
Du lächelst schüchtern zurück und in den meisten Fällen ist es damit gegessen. Oder aber du wirst in ein sehr einseitiges Gespräch verwickelt, dessen Lautstärke sich stetig steigert.
Kopfschütteln und der Standartspruch "Ja Nerosmovlajo Ukrainskuju" (Ich spreche kein Ukrainisch) helfen da wenig.
Diese "Gespräche" sind verständlicherweise wenig sinnvoll und somit eindeutig in die Rubrik "freundlich, aber nervig" einzuordnen.
Strengen sich die Leute so sehr an, dass sie auf Zeichensprache umsetzen, kann es sogar eine sehr hilfreiche Konversation werden, in der man einiges lernen kann. Ist aber leider nur sehr selten.

Wir haben Bekannschaft mit einem Englischlehrer und einer Frucht Bar Kellnerin gemacht, die (man kann es sich denken) Englisch sprechen konnten und sehr interessiert an unserer Arbeit hier waren.
Die Sprache ist also noch immer ein großes Problem, auch wenn unsere Russischkenntnisse schon so weit reichen, dass es für eine kleine Vorstellung meiner Selbst ausreicht.
So lange das Gespräch im Nominativ bleibt und nicht in einer der anderen 5 (!!!) äußerst komplizierten Fälle abrutscht, könnte man mit viel Konzentration und frisch gelernten Vokabeln, vielleicht sogar eine kleine Konversation führen. Ich hoffe, bald den Angsthasen in mir überwinden und ein paar Gesprächsfetzen herausquetschen zu können.
Bis dahin bleibt es beim verlegenen Grinsen und der Hoffnung auf bekannte Worte, oder einem Englisch verstehenden Gesprächspartner.

Übrigens: Rekordverdächtige Temperaturen in der Ukraine! Letztes Jahr war um diese Zeit die Welt schon zugefroren. Die "milden" 4°c schenken uns eine ziemlich heimatliche Novemberstimmung.
Aber eine weiße Weihnacht ist uns wohl sicher :)
Herbsteindruecke

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Standartsatz: "Mein Name ist Fine, eigentlich Josefine, aber nennt mich Fine" Ich bin 18 Jahre alt, aus Hamburg, habe mein Abi in der Tasche und nun die große weite Welt vor Augen. Ich habe mich entschieden, über "Jugend im Ausland "ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Ukraine, Czernowitz (nordöstlich der Karpaten) zu leisten und berichte hier von meinen Erfahrungen, Eindrücken, Veränderungen und Erlebnissen in dieser fremden Umgebung. Gemeinsam mit meinen wunderbaren Mitreisenden Sophia, Pauline und Sebastian werde ich Deutsch und falls ich möchte auch Englisch in Kindergärten, einer weiterführenden Schule und in einer Erwachsenengruppe unterrichten. Auch andere Treffen oder Veranstaltungen können wir auf Wunsch organisieren. Ich kann meine Nervosität momentan nicht in Worte fassen, doch in Gedanken sitze ich schon in meinem Zug nach München, freue mich meine Mitreisenden wiederzusehen und auf das spannende Jahr, das mich erwartet! Viel Spaß beim Verfolgen meines kleinen Abenteuers :)

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Zuletzt aktualisiert: 1. Sep, 00:35

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