Neue Erfahrungen: Lesen lernen und Bus fahren (?)

Vier 18-jährige Deutsche stehen im Supermarkt und starren angestrengt auf eine weiße Plasikflasche im Kühlregal.
Buchstabe für Buchstabe wird die neue Schrift entziffert. Joghurt, saure Sahne, Kefir, oder Milch?
War das P ein R und bleibt das K ein K? Wie war das nochmal?
Ich verfolge die Buchstaben mit dem Zeigefinger, so wie ich es in der ersten Klasse tat. Ein seltsames Gefühl...
Seit vier Tagen sind wir hier. Internetzugang gibts zurzeit nur begrenzt, aber wir haben ohnehin händevoll mit Einkaufen, Putzen und Einrichten zutun. Dennoch genießen wir den kurzen Kontakt nach Hause.
Ich habe mir kurz vor der Abreise eine Bänderzerrung zugelegt und bin dementsprechend noch etwas außer Gefecht gesetzt. Aber mit Bussen zu fahren ist hier so außergewöhnlich und spannend, dass diese Abenteuertour einen guten Ersatz zum Spazierengehen darstellt.
Die kleinen Busse, sogenannte "Maschrutkas", winden sich gekonnt durch den störenden Autoverkehr. Nebenbei nimmt der Busfahrer das Fahrgeld entgegen, das einmal quer durch den Bus nach vorne gereicht wurde, und gibt das passende Welchselgeld samt Fahrkarte nach hinten zurück.
Ja, dieses Prinzip klingt riskant, ist aber wirksam!
Obwohl das Geld durch zwanzig Hände wandern kann, bis es bei dir ankommt, macht man sich keine Sorgen über Diebstahl! Und da erzählt man uns von den Taschendieben in der Ukraine :P!
Die Innenstadt ist wunderschön, unsere Wohnung erinnert an einen griechischen Tempel und die Sonne scheint morgens lächelnd ins Zimmer!
Ich schreibe häufiger, wenn ich permanent Internet habe!
Liebe Grüße aus dem Land mit den Milchbeuteln!
Fiine - 5. Okt, 14:16
